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Buddha gives, Buddha takes - Forgotten in Pattaya (Dokumentarfilm)
Buddha gives, Buddha takes-Cover
Sam ist Sexarbeiterin. Tag ein, Tag aus sitzt sie am Strand von Pattaya und wartet. An einem guten Tag verdient sie um die 60 US $. An manchen Tagen weniger, an anderen wiederum nichts. Sam wartet auf ihren Traummann, der sie aus ihrem Leben in Pattaya befreit und mit in den Westen nimmt. Ein hoffnungsloser Traum?

Nach "K 11 - Confessions of a Sex Tourist" wechselt Puja Khoschsorur die Erzählerperspektive. Zu Wort kommt eine junge Frau aus Thailand, die über das Leben und ihre Erlebnisse in Pattaya spricht. Über ihre Erfahrungen mit thailändischen Männern, über ausländischen Kunden und über ihre Angst vor HIV, die sie ständig begleitet.

Buddha gives, Buddha takes - Forgotten in Pattaya: Österreich, 2011, 24 min, engl. OmeU

 

 

 

 

 

 

Buddha gives, Buddha takes - Forgotten in Pattaya - Trailer


Auch dieser Film wurde gänzlich selbstfinanziert, d.h. ohne jegliche Förderung bzw. Subvention. An dieser Stelle ein Dank an Reinhard Klingenberg und Christian Mausser für ihre große Hilfe. Und natürlich Sam (das ist nicht ihr richtiger Name), für ihre brutale Offenheit. Dank dir   (ขอบคุณคุณ).


Hintergrundinformation: THAILAND

Thailand, auch genannt "das Land des Lächelns" ist ein Land, in dem sich Hunderttausende Frauen und Mädchen mit ihren Körpern ihren Lebensunterhalt verdienen. In einem Land, in dem die Prostitution verboten ist spricht man davon auch nicht. Offiziell nennt man die Sexindustrie "Entertainment industry". Und diese Unterhaltungsindustrie beträgt etwa rund 14% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Thailand. Und wer schon einmal in den "Vergnügungsvierteln" von Bangkok, Pattaya oder Phuket war wird bemerkt haben, dass das Gesetz zur Bekämpfung und Abschaffung der Prostitution aus dem Jahr 1966 nicht wirklich umgesetzt wird. Wie oben bereits erwähnt hat Thailand in den vergangenen Jahren viel zum Schutz der sexuellen Ausbeutung von Kindern unternommen. Allerdings sind in den sogenannten "closed brothels" in Bangkok und in anderen Städten nach wie vor tausende minderjährige Mädchen zu finden, die wie Sklaven gehalten werden. Die Mädchen stammen vor allem aus Burma, Kambodscha und Laos. Diese Einrichtungen heißen closed brothels da die Mädchen hier wie Gefangene gehalten werden. In der Regel werden diese Orte nur von Einheimischen besucht und sind für den "normalen" Sextouristen nicht zugänglich.

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir über Frauen und Mädchen (auch Männer und Kathoeys), die dieser Arbeit nachgehen (müssen) nicht urteilen wollen. Wir sehen uns nicht als eine moralische Instanz, die dieses oder jenes als Gut bzw. Schlecht bewertet. Vielmehr versuchen wir (einzelne) Schicksale, Erlebnisse und Geschichten aus dem Leben, der Realität widerzuspiegeln und einem breiteren Publikum zu zeigen. Nur dort, wo nationales/ internationales Recht gebrochen wird, nehmen wir uns das Recht heraus, diese Übertretungen an die jeweiligen Behörden weiterzuleiten um entsprechende Maßnahmen in Gang zu setzen. Wobei wir hier sehr wohl auf die jeweiligen kulturellen und persönlichen Umstände Acht geben. Auf jeden Fall ist uns das Wohl der betroffenen Frauen und Männern am wichtigsten und schützenswertesten.


Hintergrundinformation: PATTAYA
Pattaya liegt an der Ostküste des Golfs von Thailand, südöstlich von Bangkok. Einst von amerikanischen Soldaten während des Vietnamkriegs zur "Rest and Recreation Area" erklärt, hat sich Pattaya in den folgenden Jahren zu dem größten Touristenzentrum in Thailand entwickelt. Aufgrund der guten Autobahnanbindung und der kurzen Entfernung zu Bangkok und zum internationalen Flughafen, lockt Pattaya mittlerweile jedes Jahr mehr als 5 Millionen Touristen an, davon kommen circa zwei Drittel aus dem Ausland.

Pattaya verfügt über 3 Strände, im Norden liegt NAKLUA, welcher kaum touristische Bedeutung hat. Im Süden liegt JOMTIEN und in der Mitte PATTAYA. Hier spielt sich das Nachtleben ab. Jomtien ist ein beliebtes Reiseziel für Familien und Menschen, die es gerne ruhiger haben.

Auch wenn Pattaya in den letzten Jahren Bestrebungen angestellt hat, um den Sextourismus einzudämmen, floriert das Geschäft mit der käuflichen Liebe wie eh und je.

Prostitution ist in Thailand gesetzlich verboten. Gemäß dem Gesetz zur Bekämpfung und Abschaffung der Prostitution aus dem Jahr 1996 (Prevention and Suppression of Prostitution Act  of 1966) machen sich nicht nur die SexarbeiterInnen strafbar, sondern auch die Manager und Besitzer von Bars, sowie jegliche Personen, die Prostitution in irgendeiner Form fördern. Das Gesetz sieht für Kunden allerdings nur dann eine Strafe vor, wenn die/der SexarbeiterIn unter 18 Jahre ist. Auch spricht man in Thailand nicht von einer Sex-Industrie, sondern von einer Unterhaltungsindustrie ("entertainment industry").

Prostitution ist ein sehr profitabler Wirtschaftszweig in Thailand. Die Rotlicht- Branche weist einen  Umsatz von jährlich rund 30 Milliarden Dollar auf (das entspricht in etwa 14% des BIP von Thailand).

Bei einer Einwohneranzahl von rund 120.000 und geschätzten 10.000 SexarbeiterInnen, dürfte es keinem Mann schwer fallen, eine geeignete Begleitung für ein paar Stunden oder auch länger zu finden. Hier hat der liebeshungrige Mann die Auswahl zwischen thailändischen, russischen und manchmal auch afrikanischen Frauen. Zu den Touristen aus Ost-Asien, Nord-Amerika und West-Europa haben sich in den letzten Jahren vermehrt Touristen aus dem Iran, Indien und vor allem Russen dazugesellt, wobei die letztgenannten mittlerweile den größten Anteil an ausländischen Touristen darstellen.

An der 3 km langen Strandpromenade (Beach Road) lassen sich fast zu jeder Zeit freelancer nieder, um Ausschau nach Männern zu halten. Als freelancer bezeichnet man SexarbeiterInnen,  die auf eigene Kasse arbeiten, also in keiner Bar oder sonst wo angestellt sind. Unter den freelancern sind nicht nur junge Frauen zu finden, sondern auch junge Männer und Ladyboys, in allen Altersklassen.  Aufgrund der Hitze kommen die meisten erst spätnachmittags. Auffällig ist die große Anzahl älterer Männer, die sich sowohl tagsüber als auch früh abends unter die freelancer  mischen, zeitweise stundenlang sitzen bleiben und Ausschau - ich muss es leider so nennen -  nach Beute halten. Auf der anderen Seite der Promenade drängen sich dicht nebeneinander Restaurants, riesige Einkaufszentren, Souvenirläden, Hotels und Bierbars.

Im rechten Winkel zur Beachroad verlaufen in ansteigender Nummer Richtung Süden die Soi's (Verbindungsstraßen zwischen den Hauptverkehrsstraßen). Hier befinden sich etliche Bier Bars,  Gogo Bars, Short-Time Bars, Massagesalons, Restaurants und Hotels. Es gibt ganze Barkomplexe und Viertel mit Freiluft-Bars. Die meisten Bars unterscheiden nicht wesentlich voneinander, deshalb wird umso eifriger mit allen Mitteln versucht, vorbeigehende Männer mit allen Tricks in die Bar zu bekommen. Im Gegensatz zu den freelancern am Strand, muss man hier, wenn man ein Mädchen mitnehmen möchte, eine Barauslöse, eine sog. Barfine bezahlen.  Diese beträgt meist zwischen 300 - 500 Baht (7-12 €), je nach Bar und Mädchen. Einen Teil davon bekommen die Mädchen, der Rest geht an die Bar. Alles andere wird dann zwischen Kunden und dem Mädchen ausverhandelt. Die Bezeichnungen Short-Time und Long-Time beziehen sich auf die Dauer der Begleitung. Short-Time entspricht in der Regel eine Stunde, Long-Time hingegen einen Tag.

Manche Soi's haben sich ganz den homosexuellen Wünschen verschrieben. Hier gibt es eine Vielzahl von Gay-Bars und Massage Salons mit jungen thailändischen Männern, die jegliche Wünsche der meist ausländischen Kunden erfüllen. Es dürfte mit Sicherheit über hundert solcher Einrichtungen in Pattaya geben.

Die wohl berühmteste Meile Pattaya's, wenn nicht Thailands, die Walking Street war vor Jahrzehnten noch ein kleiner Fischereihafen. Mittlerweile ist die ca. ein Kilometer lange Walking Street Heimat hunderter Bars, Kneipen, Gogo Bars, Sport Bars, Sea Food-Restaurants, Kabarett  shows, Diskotheken, Frauen und Ladyboys, Gaukler und Spinner aus der ganzen Welt geworden.  Die Straße ist ab 18.00 Uhr für den Straßenverkehr gesperrt. Das Publikum ist bunt gemischt, Männer, Frauen und Pärchen sind ebenso zu sehen, wie Familien samt Kindern oder Reisegruppen.