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Frauen im Islam (Vortragsreihe März bis Juli 2012)

poster christina von braun_le donjaDie Vortragsreihe "Frauen im Islam" bringt interessierten ZuhörerInnen verschiedene Aspekte und Meinungen der Rolle der Frau im Islam näher. Nationale und internationale Expertinnen referieren über die Stellung von Frauen im religiösen und politischen Islam, den islamischen Ländern und in Europa, speziell auch in Österreich.

Der Islam ist im letzten Jahrzehnt, vor allem durch die Anschläge von 9/11 ins Zentrum des Interesses und der Medien gerückt. Das Burkaverbot, welches seit einigen Jahren in manchen europäischen Ländern existiert, hat das Seinige dazu beigetragen. Es wurden unzählige Bücher über "die" Frauen im Islam geschrieben, meist im Zusammenhang mit dem Schleier und der Unterdrückung der Frauen im und durch den Islam. Verschiedene ExpertInnen und auch Nicht-ExpertInnen melden sich fast tagtäglich in den Medien und Fernsehsendungen, mit ebenso verschiedenen Meinungen. Politiker haben sich diesem Thema schon längst angenommen, wie Wahlplakate in der Schweiz und Österreich zeigen.

Aber gibt es überhaupt "die Frauen" als homogene Gruppe im Islam? Ist der Islam Hauptverantwortlich für die Schlechterstellung von Frauen in islamisch geprägten Gesellschaften? Oder spielt er gar nur eine marginale Rolle und die Ursachen liegen woanders? Dürfen wir Frauen und Mädchen, die ein Kopftuch tragen (möchten), dieses Recht absprechen? Erschwert ein Stück Stoff die Integration von Musliminnen in Europa? Und handelt es sich bei dem Schleier wirklich nur um ein Stück Stoff? Passieren die Ehrenmorde wirklich im Namen des Islam oder sind die Gründe vielleicht eher in patriarchalischen und anderen intersektionellen Gründen zu finden?

Diese und ähnliche Fragen werden von den Vortragenden im Rahmen von ca. einstündigen Vorträgen diskutiert. Wesentlich an der Vortragsreihe ist der Facettenreichtum, der verschiedene Blickwinkel zulässt und die Möglichkeit zur Reflexion bietet.

Die Expertinnen kommen aus Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und aus Österreich. Sie beschäftigen sich aus verschiedenen Beweggründen mit diesem Thema. Im Anschluss an jeden Vortrag folgt eine Publikumsdiskussion, die zu einem regen Informationsaustausch führen soll. Die vorgesehene Podiumsdiskussion wird zugunsten der Partizipation des Publikums nicht stattfinden.

Freier Eintritt bei allen Vorträgen.


vergangene Termine:

Donnerstag, 28. Juni 2012: Christina von Braun: "Symbol, Bild, Geschlecht im Judentum, Christentum, Islam" (Moderation: Birgit Sauer, Politikwissenschaftlerin); im NIG II, Neues Institutsgebäude, Stiege 1, Erdgeschoß, Universitätsstraße 7, 1010 Wien, 19.00 Uhr, mit anschließendem Publikumsgespräch

Die Vortragende: Prof.in Dr.in Christina von Braun ist Kulturtheoretikerin, Autorin und Filmemacherin; Professorin für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Über fünfzig Filmdokumentationen, zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geistes- und Mentalitätsgeschichte. Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs, Geschlecht als Wissenskategorie (2006-2012) und des ‚Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg’, Vizepräsidentin des Goethe-Instituts.

Zuletzt erschienen: Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen (zus. mit Bettina Mathes), Berlin 2007. Stille Post. Eine andere Familiengeschichte, Berlin 2007. Mythen des Blutes (zus. mit Christoph Wulf (Hg.)), Frankfurt/M 2007. Das Unbewusste: Krisis und Kapital der Wissenschaft (zus. mit Dorothea Dornhof, Eva Johach (HG.)), Bielefeld 2009. Glauben, Wissen und Geschlecht in den drei Religionen des Buches, Wien 2009. Der Preis des Geldes. Eine Kulturgeschichte, Berlin 2012.


Donnerstag, 14. Juni 2012: Nadje Al-Ali: "Beyond Islam: Gender, Politics and War in Iraq" (Moderation: Lise Abid, Islamwissenschaftlerin und Publizistin) im Hörsaal 28, Hauptgebäude der Universität Wien, Stiege VII, 1. Stock, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien, 19.00 Uhr, mit anschließendem Publikumsgespräch. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Die Vortragende: Nadje Al-Ali is Professor of Gender Studies at the Centre for Gender Studies, at the School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London. Her main research interests revolve around gender theory; feminist activism; women and gender in the Middle East; transnational migration and diaspora mobilization; war, conflict and reconstruction’ art & cultural studies and food. Her publications include What kind of Liberation? Women and the Occupation of Iraq (2009, University of California Press, co-authored with Nicola Pratt); Women and War in the Middle East: Transnational Perspectives (Zed Books, 2009, co-edited with Nicola Pratt) as well as numerous book chapters and journal articles. Her most recent book (co-edited with Deborah al-Najjar) is entitled We are Iraqis: Aesthetics & Politics in a Time of War (Syracuse University Press).


Donnerstag, 3. Mai 2012: Carla Amina Baghajati: "Weibliche Rollenbilder im Wandel - Musliminnen und ihre Strategien im Einsatz für Chancengleichheit" (Moderation: Sybille Hamann, freie Journalistin und Autorin) in der Volkshochschule Ottakring, 2. Stock, Ludo-Hartmann-Platz 7, 1160 Wien, 19.00 Uhr, mit anschließendem Publikumsgespräch

Die Vortragende: Carla Amina Baghajati wurde 1966 in Mainz geboren und lebt seit 1987 in Österreich. Sie ist mit Tarafa Baghajati verheiratet und Mutter von vier Kindern. Sie ist Gründungsmitglied der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen (2008 Trägerin des Demokratiepreises der Margarethe Lupac Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie), langjährige ehrenamtliche Medienreferentin und Sprecherin der Islamischen Glaubens-gemeinschaft, seit den Wahlen 2011 Frauenbeauftragte, Mitgründerin der Plattform Christen und Muslime sowie Dozentin für die Ausbildung zukünftiger islamischer ReligionslehrerInnen an der IRPA (Privater Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien).


Donnerstag, 19. April 2012: Amani Abuzahra: "Muslimische Frauen zwischen Selbst- und Fremdbild: Verortung der Identitäten" (Moderation: Lise Abid, Islamwissenschaftlerin und Publizistin) im NIG II, Neues Institutsgebäude, Stiege 1, Erdgeschoß, Universitätsstraße 7, 1010 Wien, 19.00 Uhr, mit anschließendem Publikumsgespräch

Die Vortragende: Mag.a Amani Abuzahra, M.A. studierte Philosophie an der Universität Wien und Intercultural Studies an der Universität Salzburg und dissertiert nun im Bereich der Interkulturellen Philosophie zum Thema: Hybride Identität. Sie ist Dozentin der Philosophie sowie der Interkulturellen Pädagogik am Hochschulstudiengang für das Lehramt für Islamische Religion in Wien. Des weiteren ist sie Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und in der Erwachsenenbildung tätig.


Freitag, 2. März 2012: Seyran Ates: "Warum braucht der Islam eine sexuelle Revolution? - Was hat das mit Menschenrechten zu tun?" (Moderation: Puja Khoschsorur, Jurist) am Uni Campus, Hörsaal D, Altes AKH Wien, Spitalgasse 4/Hof 10.2., 19.00 Uhr, mit anschließendem Publikumsgespräch

Die Vortragende: Seyran Ates wurde 1963 in Istanbul geboren und lebt seit 1969 in Deutschland. Sie ist Autorin (u.a. Der Multikulti-Irrtum und Der Islam braucht eine sexuelle Revolution) und arbeitete bis 2006 als Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei. Sie war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und nahm am Integrationsgipfel der Bundesregierung teil. Ates erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Berliner Frauenpreis des Berliner Senats für Wirtschaft, Arbeit und Frauen (2004), die Ehrung zur Frau des Jahres durch den Deutschen Staatsbürgerinnen-Verband (2005), das Bundesverdienstkreuz (2007) und den Verdienstorden der Stadt Berlin (2008).



Mit freundlicher Unterstützung von:

 

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Prof. Dr. phil., Kulturtheoretikerin, Autorin und Filmemacherin. Professorin für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Über fünfzig Filmdokumentationen, zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geistes- und Mentalitätsgeschichte. Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs ‚Geschlecht als Wissenskategorie’ (2006-2012) und des ‚Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg’ Vizepräsidentin des Goethe-Instituts.